Bars, Cafés & Co. Interview INtown Local Heroes

Lalibela – Äthiopische Spezialitäten mitten INtown

21. Februar 2017
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Lalibela – Äthiopische Spezialitäten
Hieronymusgasse 11
85049 Ingolstadt

Dienstag – Samstag 11:30 bis 22:00 Uhr
Reservierung: 0176-72276191

Die Stimmung im Lalibela ist gut, die Gäste sehen glücklich aus. Der Grund dafür ist sicherlich die hervorragende Küche von Wintana Tsemrekal und ihrem Mann Adiamseged. Seit Mitte Januar betreiben die Beiden das neue äthiopische Restaurant Lalibela in der Hieronymusgasse, direkt gegenüber der L’Osteria. Die offizielle Eröffnung findet zwar erst Ende der Woche am 26.02.2017 statt, aber schon jetzt ist das Lokal besonders in der Mittagszeit gut besucht. Für localINtown haben Winta und Adam sich in Schale geworfen und typische äthiopische Festkleidung angezogen. Entstanden ist ein farbefrohes Gespräch über Kultur, Tradition und einen Neuanfang.

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Ihr habt hier vorher das „Café Cafcho“ betrieben. Warum habt ihr euch dazu entschieden daraus ein Restaurant zu machen?

Adam: Ja, vorher hatten wir das Café mit verschiedenen Teesorten und speziellem Kaffee aus Äthiopien. Das kann man auch immernoch bei uns bekommen, aber es war einfach ein bisschen zu wenig Angebot.
Winta: Wir haben oft bei verschiedenen Festen in Ingolstadt, wie z.B. beim Afrikafest, einen Stand gemietet und dort Äthiopisches Essen angeboten. Die Leute haben dann immer gefragt, wo man das Essen sonst bekommen kann und wir mussten immer sagen, dass es das nur zu den Festen gibt. Das Interesse war aber einfach so groß. Dann haben wir überlegt wie wir das machen könnten, haben Gespräche mit den Hausbesitzern geführt und uns schließlich gemeinsam dazu entschieden das Restaurant aufzumachen.

Das heißt ihr habt für den Umbau finanzielle Unterstützung bekommen?

Winta: Hier war vorher keine richtige Küche eingebaut und es musste alles umgebaut und modernisiert werden. Dabei haben wir große Unterstützung von den Hausbesitzern, der Familie Kellerhals, bekommen und auch von Anderen, die an das Projekt geglaubt haben. Wir haben großes Glück, dass uns so viele Leute helfen und es freut uns wirklich sehr!

Seit wann lebt ihr bereits in Deutschland?

Winta: Das müssen jetzt schon 14 Jahre sein. Das erste Jahr haben wir in Neuburg gewohnt, aber das fanden wir sehr klein und zum Deutsch lernen musste ich auch immer nach Ingolstadt kommen. Deshalb haben wir dann gesagt, dass wir nach Ingolstadt ziehen und jetzt wohnen wir schon 13 Jahre hier. Es gefällt uns sehr gut und die Größe der Stadt ist auch sehr angenehm.

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Was ist typisch für die äthiopische Küche?

Winta: Das Brot… wir nennen es Injera und es ist wie dünner Pfannkuchen oder ein Fladenbrot aus Sauerteig. Es wird aus Teffmehl zubereitet, einem typisch äthiopischen Getreide, das es hier nicht gibt. Wir lassen es extra aus Äthiopien kommen und mischen es dann mit ein bisschen Roggen- und Weizenmehl. Teff ist sehr eisenhaltig und deshalb sehr gesund. Ich bereite den Teig immer einen Tag vorher vor, damit er schön luftig ist, wenn man das Brot macht, denn sehr wichtig sind die kleinen Luftblasen, die du hier sehen kannst.

Und was hat es mit den vielen verschiedenen Gewürzen auf sich?

Winta: Die sind die Basis der ganzen Küche und geben diesen besonderen Geschmack. Wir kochen z.B. mit Chilipulver oder gemahlenen Erbsen und anderen Gewürzen. Die Gewürze, die wir hier verwenden stellt meine Mutter selbst her. In Äthiopien wird sehr scharf gekocht, aber das machen wir hier nicht. Wir bieten milde und etwas pikantere Varianten an, wobei das im Vergleich für uns nicht scharf ist.

Im Restaurant serviert ihr das Essen in mehreren kleinen Schalen. Wie wird das Essen traditionell zu sich genommen?

Adam: Bei uns wird eigentlich alles auf eine sehr große runde Platte gemacht und davon können dann sieben bis acht Personen essen. Das ist eher wie ein Gemeinschaftsessen.
Winta: Ja, es ist sehr familiär und man teilt sich alles. Wir essen auch nicht mit Besteck, sondern immer mit der rechten Hand. Die linke Hand darf das Essen nicht berühren, das gehört sich nicht. Man reißt mit der rechten Hand ein Stück Injera ab und nimmt damit die Linsen, Kirchererbsen, das Gemüse oder Fleisch.

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Was bedeutet der Name „Lalibela“?

Winta: Lalibela ist eine Stadt in Äthiopien, die für viele Christen zum Pilgerort geworden ist, weil es in dem Ort elf Kirchen gibt, die von der UNESCO auch zum Weltkulturerbe ernannt wurden. Da ich selbst gläubig und chritlich-orthodox bin, fanden wir den Namen sehr passend.

Wie wird das neue Konzept bisher angenommen?

Adam: Besonders Mittags läuft es bisher ganz gut, weil wir da natürlich spezielle Preise anbieten. Abends wird es dann ein bisschen geselliger und wir bieten auch eine größere Auswahl an Gerichten an.
Winta: Wir haben bisher noch keine Werbung gemacht und keine Flyer verteilt und es läuft trotzdem sehr gut. Wir haben bereits richtige Stammgäste. Es freut mich sehr zu sehen, dass es den Leuten schmeckt, weil es natürlich auch viel Zeit in Anspruch nimmt und ich einfach von Herzen gerne koche!

 

Vielen Dank für dieses spannende Gespräch und die wirklich leckeren Gerichte! Heißer Tipp von localINtown: Der selbstgemachte Honigwein sollte nach dem Essen unbedingt probiert werden!

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