Interview Local Heroes

Zwischen Reisefieber und Yogaliebe: Zu Besuch im Studio von Patricia Jacobsen

29. März 2017
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Du hast vor kurzem ein eigenes Buch geschrieben. Wie kam es dazu und worum geht es darin?

Ich hatte einfach das Bedürfnis ein Buch zu schreiben, das anders ist. Die meisten Yogabücher sind immer gleich aufgebaut und vorne haben sie alle das gleiche Blabla drin stehen. Das liest man vielleicht einmal und dann hat man nkein Interesse daran es wieder zu lesen. Mein Buch kommuniziert hauptsächlich über Fotografie und soll zum Ausprobieren einladen. Darum sind auch keine extremen Übungen drin und die Bilder sind auch nicht bearbeitet, denn das bildet ja keinen Anreiz für jemanden, sondern wirkt eher demotivierend. Niemand ist perfekt, auch keine Yogis! Das Buch ist zusammen mit einer befreundeten Fotografin in Dubai entstanden und soll auch eine Hommage daran sein, weil ich dort über viele Jahre immer wieder viel und gerne Zeit verbracht habe.

Wie kam es denn zu Dubai?

Mein Mann war beruflich als Pilot in Dubai und so habe ich dann zum Beispiel meinen Mutterschutz dort verbracht. Es ist wirklich eine tolle und faszinierende Stadt!

Reist du ansonsten auch gerne?

Ja! Ich war 26 Jahre lang Stewardess bei Lufthansa… da ist die Reiselust eine berufliche Voraussetzung. Es fehlen mir aber noch ein paar Länder, die ich leider noch nicht bereisen konnte. Aber mal sehen… die kommen bestimmt auch noch.

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Hast du denn ein Lieblingsland oder einen Lieblingsort auf der Welt?

Dubai ist auf alle Fälle mein Lieblingsort. Ansonsten ist das eine schwierige Frage, weil jedes Land und jede Kultur so unterschiedlich ist und natürlich sowohl tolle als auch nicht so tolle Sachen hat. Es wäre der Wahnsinn, wenn man sich von überall etwas picken könnte. Neben Dubai bin ich aber auch großer Indien-Fan… Meer, Sonne, Wärme… das ist für mich ganz wichtig! Da bin ich jetzt momentan am falschen Platz, aber okay… Ingolstadt ist mein Heimatort und das ist für mich gerade richtig. Aus irgendeinem Grund komme ich immer wieder hierher zurück.

Hast du einen Lieblingsort in Ingolstadt?

Drüben am Donaustrand. Ich liebe es da zu sitzen und dem Wasser zuzugucken, wie es plätschert… so durch die Steine… das ist sehr meditativ dort.

Meditativ, das Stichwort… wie bist du eigentlich zum Yoga gekommen?

Zu meiner ersten Yogastunde hat mich meine Mutter mitgenommen. Da war ich 17 und ich hatte das Gefühl dort lagen nur uralte Weiber rum. Rückblickend waren die wahrscheinlich zwischen 30 und 40, aber für mich war das damals einfach uralt. Die konnten die ganzen Übungen und ich mit 17 dachte mir: „Das kann ja wohl alles nicht wahr sein“. Ich war davon so fasziniert, dass ich weiter Yoga gemacht habe und auch auf meinen Reisen immer zu Yogastunden gegangen bin. Durch meine vielen Indienreisen war es dann quasi ein Selbstläufer und mit über 30 habe ich mich dann für eine gründliche Yogaausbildung entschieden. Ich habe angefangen neben meinem Stewardess-Sein auch Yoga zu unterrichten und habe mich immer weiter Fortgebildet bis sich mit der Zeit mein eigener Stil entwickelt hat.

Den würdest du wie beschreiben?

Grundlage ist bei mir immer Hatha-Yoga und dann picke ich mir aus verschiedenen Richtungen ein paar Sachen raus. Mein Stil ist dynamischer als das traditionelle Hatha-Yoga, schneller, aber genauso gründlich. Mir ist die Ausrichtung eines Menschen sehr wichtig. Wenn du ein Haus baust und der Keller ist schief, dann wird es auch Oben nichts. So ist es beim Körper auch!

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Wann hast du dich dazu entschieden Yoga hauptberuflich zu unterrichten?

Stewardess sein passte einfach irgendwann nicht mehr zur Yoga-Lehre. Ich wollte mehr geben können und habe dann vor circa 4 Jahren entschieden mit dem Fliegen aufzuhören und mich nur noch auf Yoga konzentriert. Später kam auch noch die Ernährungsberatung dazu. Seit ungefähr einem Jahr betreibe ich nun Yogia mindful living – mein Yogastudio in Ingolstadt.

Hat sich durch die Yoga-Praktik bei dir etwas verändert? Hat es dir für gewisse Persönlichkeitseigenschaften oder in bestimmten Situationen geholfen?

Ich bin von Haus aus ein sehr ungeduldiger Mensch und da hat es auf alle Fälle etwas gebracht. Ich bin auch ein sehr spiritueller Mensch und ich denke es war so vorgeschrieben, dass ich durch Yoga mehr zu meiner Spiritualität finde und die Freude am Leben mit Yoga erkenne. Mein Mann ist vor knapp zwei Jahren gestorben und da wurde mir wirklich bewusst wie sehr Yoga helfen kann. Der Glaube an Karma und das Universum und Schicksal… das hilft unglaublich. Auch durch die Tiefenatmung kannst du dich sammeln und wieder Energie tanken.

Energie um weiterzumachen und um neue Dinge anzugehen? Seit Kurzem führst du mit einer Freundin zusammen das Café „hortus medicus“ im Medizinhistorischen Museum. Wie ist es dazu gekommen?

Wie die Jungfrau zum Kind! Meine Freundin und ich wollten gerne ein gemeinsames Projekt machen und zufällig haben wir im Donaukurier gesehen, dass das Café noch einen Betreiber sucht. Wir haben es angeschaut, uns beworben und es hat ganz unerwartet geklappt. So einfach kamen wir zu dem Café. Es ist zwar ein sehr zeitaufwändiges Hobby, aber es macht mir sehr viel Spaß.

 

Liebe Patricia, vielen Dank für deine Offenheit, deine Zeit und die tolle Yogastunde! localINtown wünscht dir viel Kraft und viel Elan für deine weiteren Vorhaben!

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